Die nachfolgenden 10 wichtigsten Erfindungen der Menschheit haben in den vergangenen 500 Jahren enorme Fortschritte und Verbesserungen im Alltag sehr vieler Menschen ermöglicht. Nicht alle Erfindungen können einem einzelnen Erfinder zugeordnet werden und bei manchen gebührt der Ruhm eigentlich einem anderen. Aus den meisten Erfindungen sind sehr erfolgreiche Geschäftsideen entstanden und aus diesen wiederrum sehr profitable Unternehmen.

Inhalt:

  1. Der Buchdruck (1458)
  2. Elektrizität (1600)
  3. Der Computer (1837)
  4. Das Telefon (1876)
  5. Die „elektrische“ Glühlampe (1879)
  6. Das Automobil (1886)
  7. Das Flugzeug (1903)
  8. Das Fernsehen (1906)
  9. Das Internet (1960-1970)
  10. Das Smartphone (2007)

1. Der Buchdruck (1458)

Die Erfindung des Buchdrucks durch den Deutschen Johannes Gutenberg (1458) führte zur Entstehung der ersten Bücher, allen voran die Bibel. Mit dem Buchdruck ermöglichte Gutenberg den Menschen die Verbreitung von Nachrichten, Geschichten, Meinungen oder Kritiken. Es entstanden erste Druckereien in den europäischen Städten, allen voran in Straßburg, Basel, Köln, Rom und Paris. Das Wissen der Menschheit konnte dadurch erstmals in großem Stil gespeichert, vervielfältigt und verbreitet werden. Wissen war nicht mehr nur dem Klerus und Adel vorbehalten. Ohne Bücher wäre Bildung für nahezu alle Menschen auf breiter Basis niemals denkbar gewesen. Bis heute sind Bücher aus dem Alltag der Menschen nicht hinwegzudenken, trotz der Erfindung des Internets viele Jahrhunderte später.

2. Elektrizität (1600)

Elektrizität und die Versorgung der Unternehmen und Haushalte mit Strom gehört zu den Grundlagen unserer modernen Gesellschaft, ohne die eine Vielzahl der nachfolgenden Erfindungen nicht denkbar gewesen wären. Heute ist elektrischer Strom aus der Steckdose ein alltägliches Gut.

Phänomene der Elektrizität wie Blitze oder fischige Elektroschocks waren natürlich schon vor dem Jahre 1600 bekannt und erforscht. Die Idee einer systematischen Nutzung von Elektrizität entstand jedoch erst in der Neuzeit und wird dem Briten William Gilbert zugeschrieben. In diesem Jahr veröffentlichte er seine bisherigen Forschungsergebnisse und stellte die Idee von „Electrica“ vor. Nach ihm kamen unzählige weitere Erfinder, Forscher und Wissenschaftler, die zur Realisierung dieser Idee beitrugen.

Vielen dürfte der britische Physiker Michael Faraday (1791-1867) bekannt sein, dessen Entdeckungen zu den Grundlagen der Elektroindustrie gehören. Im Jahre 1821 veröffentlichte er einen Artikel über seine bisherigen Erkenntnisse zur Elektrizität und Magnetismus, die für die Erfindung des Elektromotors essentiell waren. Sehr wichtig waren auch die von ihm formulierten Grundgesetze der Elektrolyse, aus denen später die Telegraphie entstanden ist. Die tägliche Vorführung der Blitzeshow und des von ihm entwickelten Faraday’schen Käfigs gehört heute zu den Highlights des Deutschen Museums in München.

Blitzeshow im Deutschen Museum, München

Ab 1830 – also noch zu Lebzeiten von Michael Faraday – entwickelten viele weitere Erfinder und Wissenschaftler erste Maschinen und Geräte zur Erzeugung und Nutzung von Elektrizität. Es sollte der Beginn der Elektrotechnik werden, die sich zu einer der tragenden Säulen der Industrialisierung Deutschlands entwickelte. Einer dieser Erfinder und erfolgreicher Unternehmer war Werner vor Siemens. Er ermöglichte mit der Entwicklung eines elektrischen Generators (1866) die industrielle Produktion auf Basis elektrischer Energie. Sein Name trägt heute noch die Siemens AG, die aus der von ihm gegründeten Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske entstanden ist. Der Sitz des Unternehmens befindet sich jedoch nicht mehr in Berlin, sondern in Bayerns Landeshauptstadt München.

Inzwischen ist Elektrizität im Sinne von elektrischer Energie alltäglich und für die Menschheit keine große Sache mehr, es sei denn der Strom fällt aus. Dann wird uns schlaghaft bewusst, wie sehr unser modernes Leben von den praktischen Anwendungen der Elektrizität abhängig ist. Dessen ungeachtet muss man sich bewusst sein, dass mehr als 1 Milliarde Menschen nach wie vor keinen Zugang zu diesem für uns alltäglichen Gut hat.

3. Der Computer (1837)

Es ist kaum zu glauben, aber die beiden britischen Mathematiker Charles Babbage und Ada Lovelace arbeiteten schon seit 1837 an den theoretischen Grundlagen für eine Rechenmaschine (Analytical Engine). Es dauerte dann aber rund 100 Jahre, bis der deutsche Erfinder und Unternehmer Konrad Zuse (1910- 1995) im Jahre 1941 den ersten funktionsfähigen Computer der Welt tatsächlich baute. Seine Rechenmaschine Z3 wurde jedoch während des Zweiten Weltkriegs durch Bombenangriffe auf Berlin 1944 zerstört. Ein funktionsfähiger Nachbau wird im Deutschen Museum in München ausgestellt und im nachfolgenden Video vorgestellt.

Beschreibung der Z3 – erster funktionsfähiger Computer der Welt

Nahezu gleichzeitig entwickelte auch der Mathematik-Professor Howard Aiken (1900-1973) zusammen mit IBM-Ingenieuren einen Großrechner, der 1944 vorgestellt wurde und später die Bezeichnung Mark I erhielt. Der rund 5 Tonnen schwere Computer steht heute im Cabot Science Building der Harvard University. Zu dieser Zeit schätzte der IBM-CEO Thomas J. Watson den „weltweiten Bedarf auf ca. 5 Computer“.

Die Entwicklung vom damaligen Großrechner zum ersten erschwinglichen Personal Computer (PC) gestaltete sich jedoch deutlich rasanter. Schon 1976 war mit dem Apple I der erste Personal Computer erhältlich. Für den Vertrieb des ersten PC gründeten der Entwickler Steve Wozniak und Steve Jobs die Firma Apple Computers Company. Es dauerte jedoch nur wenige Monate bis Chuck Peddle den von ihm entwickelten Commodore PET 2001 1977 vorstellte und erstmals einen PC in kompletter betriebsbereiter Ausführung auslieferte. Es folgte 1981 der erste IBM-PC, der in erster Linie Unternehmen verkauft wurde.

4. Das Telefon (1876)

Die Erfindung des Telefons brachte die Menschen näher zusammen, auch wenn sie geographisch weit voneinander entfernt waren. Das System beruhte von Anfang an auf der leitungsgebundenen Übermittlung von Tönen mittels elektrischer Signale. Nach diesem Prinzip funktionierte schon die Telegrafie, die als Vorläufer des Telefons angesehen wird.

Auch wenn einige Wissenschaftlicher bereits zuvor Experimente zur Übermittlung von Tönen mittels elektrischer Signale durchführten, erhielt Alexander Graham Bell (1847-1922) für seine Erfindung 1876 erstmals das US-Patent US174465 (Improvement in Telegraphy). Hierbei kam ihm zugute, dass er seinen Patentantrag ein paar Stunden früher beim Patentamt einreichen konnte als der Erfinder Elisha Gray. Weiterhin muss man ergänzen, dass er seine Erfindung des Telefons auf frühere Erkenntnisse und Modelle stützen konnte, die von dem Italiener Antonio Meucci (1808-1889) und dem deutschen Physiker Johann Philipp Reis (1834-1874) stammten. Das erste funktionstüchtige Telefon präsentierte Alexander Graham Bell im Juni 1876 auf der Weltausstellung in Philadelphia. Einige Monate später gründete er mit weiteren Investoren die Bell Telephone Company, aus der der Telekommunikationskonzern AT&T Inc. (ursprünglich American Telephone and Telegraph Company) entstanden ist.

Alexander Graham Bell am Telefon von Gilbert H. Grosvenor Collection (gemeinfrei)

Im Jahre 1878 erhielt der Unternehmer Thomas Alva Edison ein US-Patent auf die Erfindung des Kohlegranulatmikrofons, das eine bedeutende Weiterentwicklung des Bell-Telefons darstellte. Das Kohlegranulatmikrofon als Schall-Strom-Wandler und der elektromagnetische Lautsprecher als Strom-Schall-Wandler bildeten für viele Jahre die Grundform des Telefons.

5. Die „elektrische“ Glühlampe (1879)

Und erneut begegnen wir dem genialen und erfolgreichen Unternehmer Thomas Alva Edison, dem 1879 für die Erfindung der „elektrischen“ Glühlampe das US-Patent 223.898 (electric lamb) erteilt wurde. Edison hatte sich 1876 mit dem Erlös aus dem Verkauf des Quadruplex-Telegrafen an Western Union ein industrielles Forschungslabor in Menlo Park (ein Stadtteil von New Jersey) aufgebaut. Hier entstanden Hunderte von Erfindungen und neuer Produkte in den Bereichen Elektrotechnik, Mechanik und Chemie. Das Kohlegranulatmikrofon (1876) und der Phonograph (1877) waren nur die ersten herausragenden Produkte. Im Jahre 1878 begannen er und seine Mitarbeiter mit den Forschungsarbeiten zur Entwicklung der „elektrischen“ Glühlampe. Die Herausforderung bestand darin, eine brauchbare elektrische Glühlampe mit längerer Brenndauer und geringerem Energieverbrauch herzustellen. Der Nutzen für die Menschheit bestand darin, die gefährlichen Gaslichter und flackernden Kerzen als verlässliche und sichere Lichtquelle im Haus abzulösen. Den ersten öffentlichen Einsatz fanden die Glühlampen 1880 auf dem neu gebauten Dampfschiff Columbia der Oregon Railroad and Navigation Company.

Auf der anderen Seite des Atlantiks war es dem britischen Wissenschaftler Sir Joseph Wilson Swan (1828-1914) nahezu zeitgleich gelungen, eine brauchbare „elektrische“ Glühlampe zu entwickeln. Er stellte seine Erfindung der „elektrischen“ Glühlampe einem neugierigen Publikum mit mehreren hundert Zuschauern im Februar 1879 vor. Für eine optimierte Version wurde ihm im November 1880 das beantragte Patent erteilt.

6. Das Automobil (1886)

Die Erfindung des Automobils brachte der Menschheit im 20. Jahrhundert den Fortschritt der Mobilität. Als Erfinder wird der deutsche Unternehmer Carl Friedrich Benz (1844-1929) genannt. Neben Gottlieb Daimler war er einer der ersten Automobilhersteller Deutschlands, die für die heutige Daimler-Benz AG die Grundlagen geschaffen haben. Nachdem Benz 1883 in Mannheim die Benz & Cie. Rheinische Gasmotorfabrik gegründet hatte, erhielt er bereits 1886 ein Patent für den Benz Motorwagen Nummer 1 (Reichspatent 37435). Seine Ehefrau Bertha Benz absolvierte 1888 mit dem Benz Motorwagen Nummer 3 die erste Überlandfahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück, eine Strecke von mehr als 100 km. Die offizielle Fertienstrasse namens Bertha Benz Memorial Route erinnert noch heute an jene Pionierfahrt.

Benz Motorwagen Nummer 1 von DaimlerChrysler AG (CC BY-SA 3.0, Link)

Währenddessen entwickelten Gottlieb Daymler und Wilhelm Maybach benzingetriebene Einzylinder-Viertaktmotoren, die gegenüber dem Gasmotor eine höhere Leistung bei kleinerer Größe haben sollten. Auf Basis dieser Daimler-Motoren folgte die Entwicklung der ersten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (Motorrad 1885, Motorboot 1885, Kutsche 1886, Strassenbahn 1887, Lkw 1888). Der erste Daimler-Motorwagen feierte 1889 auf der Pariser Weltausstellung seine Premiere. Zusammen mit Investoren gründeten sie 1890 die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit Sitz in Stuttgart. Es entwickelte sich ein aufregender Konkurrenzkampf zwischen Benz und Daimler, der 1926 durch die Fusion beider Unternehmer zur Daimler-Benz AG beendet wurde.

Im 20. Jahrhunderte prägte das Automobil immer mehr das Strassenbild. Pferd und Kutsche waren bald verschwunden. Schnelligkeit und Distanz waren fortan neue wichtige Begriffe.

7. Das Flugzeug (1903)

So zu fliegen wie ein Vogel war schon ein sehr alter Menschheitstraum. Doch erst den beiden Brüdern Wilburg und Orville Wright ist es tatsächlich gelungen, sich diesen Traum zu erfüllen. Obwohl das Fliegen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst mit Gleitflugzeugen und später mit einem motorisierten Flugzeug gelang, ist es heute schon Alltag. Bei ihren Studien stützten sich die Gebrüder Wright vor allem auf Theorien des französischen Ingenieurs Louis Pierre-Marie Mouillard (1834-1897) und des deutschen Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal (1848-1896). Letzterer stürzte 1896 bei einem seiner Flüge bei Stölln am Gollenberg aus etwa 15 m Höhe ab und verstarb dann in der Berliner Charité.

Wright Flyer Flugzeug von John T. Daniels (gemeinfrei)

Es war am 17. Dezember 1903, als Orville Wright den Erstflug mit dem selbst entwickelten Doppeldecker-Motorflugzeug (Wright Flyer oder Kitty Hawk Flyer) absolvierte. Unmittelbar danach stieg Wilbur Wright ins Flugzeug und flog nochmals für rund eine Minute eine Strecke von 260 Metern.

8. Das Fernsehen (1906)

Auch das Fernsehen wäre ohne die Erfindung der Elektrizität zuvor nicht denkbar gewesen. Für die Erfindung des Fernsehens waren jedoch noch weitere technische Entwicklungen erforderlich. Es war der Erfinder Max Dieckmann (1882-1960), Professor an der TU München und Pionier in der Radio- und Fernsehtechnik, dem es mit einer Braunschen Röhre erstmals 1906 gelang, die ersten schmenhaften Fernsehbilder zu erzeugen.

Auf der Großen Deutschen Funk-Ausstellung 1928 in Berlin stellte der deutsche Physiker August Karolus die erste Fernsehanlage vor. Das Bild hatte eine Größe von 8 × 10 cm und eine Auflösung von etwa 10.000 Pixel. Der Rundfunksender Witzleben begann 1929 mit den ersten Testsendungen über den Berliner Funkturm. Auch in anderen europäischen Städten, in Moskau und in den USA gab es erste Versuche mit Fernsehen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs nahmen die Haushalte mit Fernseher schnell zu. In den USA gab es 1951 bereits 10 Millionen Fernsehzuschauer, in Großbritannien rund 600.000 und in Frankreich 4.000. In Deutschland startete das Fernsehen erst 1952 mit rund 300 Zuschauern. Das erste Großereignis mit 27 Millionen Zuschauern war die Krönung von Elizabeth II. am 2. Juni 1953, die in Großbritannien über die Fernseher zu sehen war.

Farbfernsehen begann in West-Deutschland im August 1967, rund 16 Jahre nach der Ausstrahlung des ersten Fernsehprograms von der CBS in New York (USA).

Das 4. Rundfunk-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 04.11.1986 war dann der Startschuss für erste Privatsender in Deutschland. RTL war einer der ersten Sender, die im Fernsehprogramm auftauchten.

9. Das Internet (1960er)

Die zunehmende Verbreitung des Personal Computer in den Haushalten in Kombination mit deren Verbindung über das HTTP-Protokoll war die Grundlage für das sog. Internet. Die ersten Wurzeln des World Wide Web bildeten sich in den USA an den Universitäten und einigen Unternehmen in den 1960er Jahren.

10. Das Smartphone (2007)

Am 09. Januar 2007 stellte Steve Jobs das 1. Modell des Apple iPhone mit einer Multitouch-Bedienoberfläche vor und revolutionierte damit das Smartphone.

Fortsetzung folgt.