Digitalisierung und Automatisierung gehören zu den aktuellen Megatrends, die globale Bedeutung besitzen und ihre Wirkung über mehrere Dekaden entwickeln. Die tatsächlichen Auswirkungen auf unsere Wirtschaftssysteme, einzelne Branchen und den individuellen Arbeitsplatz von morgen sind schon deutlich sichtbar, aber in ihrer vollen Tragweite erst zu erahnen.

Megatrends 2020

Sogenannte Megatrends sind wegen ihrer langfristigen und globalen Auswirkungen für die strategischen Entscheidungen für Unternehmen aller Größen, Nationalitäten und Branchen enorm wichtig. Einerseits geht es um die Produkte und Bedürfnisse von morgen, andererseits schaffen neue Techniken auch Chancen, um Effizienz und Rendite im Unternehmen zu optimieren. Eine Liste der aktuellen Megatrends bis 2020 zeigt die ungefähre Richtung, in die sich nationale und internationale Unternehmen in den kommenden 5 Jahren entwickeln (müssen). Hieraus ergeben sich die Herausforderungen und Chancen für Wachstum und Beschäftigung in den kommenden Jahren, aber auch die Herausforderungen und Risiken, die damit verbunden sind.

Digitalisierung und Automatisierung

Digitalisierung und Automatisierung gehören ohne Zweifel zu den aktuellen Megatrends, deren zukünftige Auswirkungen schon mit denen der Industrialisierung verglichen werden. Am Beispiel von Amazon und des Einzelhandels kann man anhand von statistischen Daten schon jetzt den Einfluss des automatisierten Versandhandels über das Internet erkennen. Was mit dem Bücherversand begonnen hat, entwickelte sich nicht nur zum Online-Shop für alles, sondern auch zu einem der größten Anbieter für Online Cloud Services. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Produktpalette des Unternehmens mehr als verdoppelt und aktuell erfolgt u.a. auch der Angriff auf den Lebensmittelhandel über das Internet.

Infografik: Amazon verdoppelt Produktpalette | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Online-Shops und Versandhandel

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann der Versandhandel über Online-Shops den stationären Einzelhandel umsatzmäßig überholen wird. Während sich immer mehr Konsumenten an die meist günstigeren Preise und die komfortable Lieferung nach Hause gewöhnen, wird es für den klassischen Einzelunternehmer mit einem Laden in der Stadt immer schwerer, den notwendigen Umsatz für die Miete und die anderen Fixkosten zu erwirtschaften. Fatal an dieser Entwicklung ist nicht nur der Tod des klassischen Einzelhandels in den Städten, sondern auch die zunehmende Konzentration des globalen Handels auf einige wenige Anbieter. Um beim Beispiel Amazon zu bleiben, sieht man anhand der nachfolgenden Infografik zu den wertvollsten Unternehmen schon jetzt den tiefgreifenden Wandel, der mit Digitalisierung und Automatisierung verbunden ist.

Infografik: Öl? Internet! | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Maschinen und Roboter übernehmen

Wir bleiben beim Beispiel Amazon, wo laut einem Bericht der Seattle Times bereits 45.000 Roboter in den Logistikzentren ihren Dienst verrichten. Ähnlich dürfte es z.B. bei Zalando aussehen. Auf Roboter sind die arbeitnehmertypischen Regelungen des Arbeitsrechts nicht anwendbar, sie bekommen keinen Mindestlohn, sind nicht krank, machen keinen Urlaub und sind wahrscheinlich auch schneller und zuverlässiger. Wo täglich viele Waren bewegt oder immer wiederkehrende Prozesse abgearbeitet werden, ist der Trend zur Automatisierung mittels autonomer Roboter und Maschinen unumkehrbar. Man muss deswegen kein Prophet sein, um den anstehenden Verlust vieler Arbeitsplätze in Industrie und Handel zu erkennen. Es ist allenfalls fraglich, ob die hier verloren gegangenen Arbeitsplätze an anderer Stelle in voller Höhe ersetzt werden. Bei Amazon war der Aufbau von Arbeitsplätzen in den vergangenen Jahren jedenfalls positiv.
Infografik: Amazon hat 45.000 Roboter im Einsatz | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Während des Weltwirtschaftsforums 2016 in Davos wurde eine Prognose auf Basis einer Umfrage unter den Top-Managern der 350 größten Konzerne der Welt veröffentlich, wonach allein in den nächsten 5 Jahren in den Industrieländern 5 Millionen Arbeitsplätze wegfallen sollen.

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