Das aktuelle Null-Wachstum trotz Schuldenbergen zeigt, dass sich die Weltwirtschaft und das gesamte Finanzsystem rund acht Jahre nach der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise mehr denn je in einem besorgniserregenden Zustand befinden. Während die großen Wirtschaftsnationen wie USA, Europa und Japan nur ein spärliches Wirtschaftswachstum aufweisen, hinterlassen die gesunkenen Rohstoffpreise ihre deutlichen Spuren in den Währungen zahlreicher rohstoffexportierender Länder.

Null-Wachstum trotz Schuldenbergen

Unzählige Staaten haben ihre Schulden schon so weit ausgedehnt, dass diese bereits nahe an das jährliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) reichen. Japan ist schon weit darüber hinaus und ein Ende ist nicht in Sicht. Mit immer niedrigeren Zinsen versuchen die großen Notenbanken, insbesondere die FED, die EZB und die Bank of Japan, das Wirtschaftswachstum ihrer Länder anzukurbeln, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Inzwischen hört man sogar von völlig neuen Begriffen wie

Leidtragende sind vor allem die Sparer, die schon seit vielen Jahren keine Zinsen mehr auf ihre Ersparnisse bekommen. Das Gleiche gilt für diejenigen, die für ihre Altersvorsorge auf Lebens- oder Rentenversicherungen gebaut haben. Wer eine attraktive Rendite auf sein Kapital erwirtschaften will, muss hierfür in Zukunft deutlich mehr Risiken in Kauf nehmen, beispielsweise mit Aktien oder Investmentfonds. Wer jedoch jahrelang auf das Sparbuch oder vermeintlich sichere Staatsanleihen gesetzt hat, wird nicht von heute auf morgen auf Aktien umsteigen. Darüber hinaus garantieren Aktien eben auch keine ausreichende Versorgung im Alter, falls sich z.B. das Verlustrisiko bei Aktien kurz vor Eintritt in die Rente realisiert.

Demografischer Wandel

Eine der Ursachen für Null-Wachstum und dauerhaft niedrige Zinsen in den größten Industrienationen ist deren demografischer Wandel, der diese fest im Griff hat, insbesondere die USA, Japan und Europa (zumindest den größten Teil). Hinter dem demografischen Wandel verbergen sich gleich drei Trends, die sich wie folgt auflisten lassen:

  • Schrumpfende Bevökerung,
  • zunehmendes Durchschnittsalter und ein
  • demographic cliff (nach Harry S. Dent), verbunden mit abnehmendem Konsum.

Die nachfolgende Infografik zeigt, dass Deutschland mit dem Problem des demografischen Wandels nicht alleine ist. Japan ist für uns sozusagen der Vorreiter, aber in den kommenden Jahren stehen weitere Länder vor großen Umwälzungen, darunter vor allem Korea und die USA, aber auch China. Die seit Mitte der 1970er-Jahre anhaltend niedrigen Geburtenzahlen und die beständig steigende Lebenserwartung haben zu einer drastischen Veränderung der Bevölkerungsentwicklung und ihrer Altersstruktur geführt. Während der Anteil der unter 20-Jährigen seit 1960 stetig abnahm, stieg der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter waren.

Infografik: Demografischer Wandel: Andere Länder wird es noch härter treffen als Deutschland | Statista
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Wer noch einigermaßen denken kann, erkennt schnell, dass die Kombination von

  • Null-Wachstum,
  • Null-Zinsen und
  • demografischem Wandel

nur auf begrenzte Zeit ohne soziale Verwerfungen haltbar ist. Null-Zinsen vernichten die Rendite von Sparguthaben sowie Lebens- und Rentenversicherungen und haben damit einen verheerenden Einfluss auf die Altersvorsorge der Sparer, auf die man wegen der Auswirkungen des demografischen Wandels auf die sozialen Sicherungssysteme mehr denn je angewiesen ist. Es ist eine Negativspirale, die sich kaum aufhalten geschweige denn stoppen lässt.

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