Geburtenrate, Sterberate und Migration bestimmen den demografischen Wandel in Deutschland. Ist die Geburtenrate höher als die Sterberate, wächst die Bevölkerung. Deutschland verzeichnet dagegen wie fast alle Industrienationen eine höhere Sterberate, die hier jedoch durch eine hohe Zuwanderung kompensiert wird.

Ursachen des demografischen Wandels in Deutschland

In Deutschland sind mehrere Trends zu beobachten, die sich aus den Ursachen des demografischen Wandels ergeben.

Die Sterberate ist seit 1973 höher als die Geburtenrate. Dieser negative Einfluss auf die Bevölkerungszahl wurde durch eine hohe Zuwanderung nach Deutschland mehr als kompensiert. Die hohe Zahl an Migranten und Flüchtlingen und die ungleichmäßige Verteilung innerhalb Deutschlands belasten jedoch zunehmend den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Sterberate > Geburtenrate in Deutschland

Laut statistischem Bundesamt ist die Sterberate in Deutschland seit 1973 höher als die Geburtenrate. Mit anderen Worten, es sterben seit 1973 jährlich mehr Menschen in Deutschland als geboren werden. Zwischen 2003 und 2010 nahm die Bevölkerung besonders stark ab.

Die höhere Sterberate wurde in der Vergangenheit durch die Zuwanderung nach Deutschland mehr als kompensiert. Allerdings hat diese Zuwanderung den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft zunehmend belastet. Dennoch rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln auch in den kommenden Jahren mit einer wachsenden Bevölkerung. Die Integration von Migranten und Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und die Schaffung neuen Wohnraums in den Städten wird daher eine dauerhafte Herausforderung für die Städte und Kommunen Deutschlands bleiben.

Zuwanderung kompensiert negative Bevölkerungsentwicklung und schafft neue Herausforderungen

Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass sich die Zuwanderung nicht gleichmäßig auf Deutschland verteilt. Ballungsräume wie Berlin, München oder Hamburg werden in den kommenden Jahren spürbar Einwohner hinzugewinnen. Demgegenüber wird die Bevölkerung in vielen anderen Bundesländern weiter schrumpfen. Besonders betroffen sind die Bundesländer Ostdeutschlands und die ländlich geprägten Regionen.

Infografik: Der Osten schrumpft | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Bundes- und Landesregierungen sind daher gemeinsam mit den großen Unternehmen aufgefordert, noch deutlich stärker als bisher den ländlichen Raum zu fördern.

30 Jahre Deutsche Einheit

Am 03. Oktober 2020 feiert Deutschland 30 Jahre Deutsche Einheit. Eine gute Gelegenheit, um den demografischen Wandel und die Entwicklung der beiden Hälften Deutschlands miteinander zu vergleichen. Die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, wie sich Bevölkerung, Gehälter, Arbeitslosigkeit und BIP in den alten und neuen Ländern seit 1991 entwickelt haben.

Infografik: 30 Jahre deutsche Wiedervereinigung | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Während die Bevölkerung in West-Deutschland in den vergangenen 30 Jahren von rund 21 Millionen auf rund 67 Millionen Menschen gewachsen ist, ist sie in Ost-Deutschland von 14,6 auf 12,5 Millionen Einwohner geschrumpft. Die Zahl der Arbeitslosen in Ostdeutschland ist zwar seit 1991 gesunken, aber die Arbeitslosenquote ist im Vergleich immer noch höher. Auch beim BIP liegt Westdeutschland weiterhin vorne. Der Abstand hat sich jedoch verringert. Ein ähnlicher Trend ist beim Bruttoeinkommen zu beobachten.